Sonne

Die kleine schweigsame Februarsonne glitzert in mein Gesicht, berührt vorsichtig die blasse Haut, die sie so lang nicht mehr gesehen hat. Meine Augen beginnen zu leuchten und meine Mundwinkel heben sich. Die volle Weisheit breitet sich in mir aus, Erkenntnisse schwirren durch meine ruhig gewordene Gedankenwelt. Zufriedene Erkenntnisse. 

Dann schau ich von der Sonne weg, betrachte die anderen Menschen und sehe, sie lächeln auch.

 

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Vertraut

Vertraue dem Leben, lasse dich fallen in sein weiches Bett, inspirieren von den zarten Träumen, die dir begegnen, in den seligen Schlaf wiegen, wenn du ihn brauchst… Drehe dich auf die andere Seite, und drehe dich…wieder zurück. Wickle dich ein die warme Decke der lieben Gedanken, wenn innerlich dein Herz erzittert; strecke und befreie dich, wenn es platzt vor heiß glühender Freude… verlasse es nie gedanklich, gehe nicht ohne Bett aus der Tür heraus, denke stets liebevoll daran, wenn du zu fallen drohst, wohin du dich legen kannst, was dich wärmt, schützt und auffangen wird.

 

R E S P E C T

Als sie aufwachte, spürte sie eine kämpferische Kraft in sich. Lebenswille, Mut. Sie lachte in sich hinein, mal wieder hatte sich so ein Hauch Situationskomik in ihr Leben geschlichen, welcher alle Erlebnisse ironisierte. „Ich gebe nicht auf“, dachte sie sich und fühlte die Wahrheit in diesen Worten, umspielt vom Einklang der Gedanken. Sie legte die CD ein und begann zu tanzen…

 

wollte ich 

dein sklave sein

der sklave deiner nichtwahrgenommenen versprechungen?

wollte ich

diesen schmerz fühlen,

um zu merken,

wie unvollständig ich bin?

habe ich diese bestätigung

bloß gesucht,

innerlich, heimlich, unbewusst?

und nun breitet sich die desillusion über mir aus,

ich weine, und doch fühle ich mich verbunden, aufgefangen, in der welt.

bedeutungslos, taub

bin nicht mal sauer auf dich

mein kopf stößt sich an dir, immer und immer wieder

weil er dich doch nicht versteht

 

schwesterherz

große, fürsorgliche, liebende augen blicken mich an und ich erzittere vor deiner traurigkeit, obwohl ich sonst der fels für dich war. zwei boote treiben auf dem wilden meer, hin und her, verlieren sich, nur ein strick verbindet sie. ich würde dir so gerne alles geben, was du brauchst, aber es würde dir nicht reichen. ich liebe dich so sehr. deine wärme ist fragil und doch beständig, tief, verwurzelt. deine sehnsucht schleicht dir hinterher, überfällt dich manchmal, manchmal hälst du sie in deinem arm und wiegst sie, wenn du auf das weite meer schaust. oft lachst du, losgelöst von allen sorgen, die sich am meeresboden verstecken.