graue sicht

fest zugeschnürt, verschleiert liegt die feurige seele unter tausenden matratzen. unbequem, erschöpft, gefühllos, plattgedrückt, saturiert. von kräften verlassen, die dem ewigen schlaf ein ende setzen könnten.

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R E S P E C T

Als sie aufwachte, spürte sie eine kämpferische Kraft in sich. Lebenswille, Mut. Sie lachte in sich hinein, mal wieder hatte sich so ein Hauch Situationskomik in ihr Leben geschlichen, welcher alle Erlebnisse ironisierte. „Ich gebe nicht auf“, dachte sie sich und fühlte die Wahrheit in diesen Worten, umspielt vom Einklang der Gedanken. Sie legte die CD ein und begann zu tanzen…

 

wollte ich 

dein sklave sein

der sklave deiner nichtwahrgenommenen versprechungen?

wollte ich

diesen schmerz fühlen,

um zu merken,

wie unvollständig ich bin?

habe ich diese bestätigung

bloß gesucht,

innerlich, heimlich, unbewusst?

und nun breitet sich die desillusion über mir aus,

ich weine, und doch fühle ich mich verbunden, aufgefangen, in der welt.

bedeutungslos, taub

bin nicht mal sauer auf dich

mein kopf stößt sich an dir, immer und immer wieder

weil er dich doch nicht versteht

 

schwesterherz

große, fürsorgliche, liebende augen blicken mich an und ich erzittere vor deiner traurigkeit, obwohl ich sonst der fels für dich war. zwei boote treiben auf dem wilden meer, hin und her, verlieren sich, nur ein strick verbindet sie. ich würde dir so gerne alles geben, was du brauchst, aber es würde dir nicht reichen. ich liebe dich so sehr. deine wärme ist fragil und doch beständig, tief, verwurzelt. deine sehnsucht schleicht dir hinterher, überfällt dich manchmal, manchmal hälst du sie in deinem arm und wiegst sie, wenn du auf das weite meer schaust. oft lachst du, losgelöst von allen sorgen, die sich am meeresboden verstecken.

 

Frühlingsgefühle (im Winter)

(auch unpassend, aber schon etwas älter und ein weiteres zartes Tröpfen in meiner Sammlung)

Frühlingsgefühle

Ich spüre, wie ein zartes Lächeln auf mir ruht und als ich mich umdrehe, weiß ich: Er ist wieder da. Liebevoll streicht er mir um die Beine. Seine Wärme küsst meine Haut. Es kitzelt und ich muss lächeln, denn ich habe ihn sehnlichst vermisst. Sein Duft ist immer noch der gleiche, nach Krokussen und Schneeglöckchen. Die frische Luft, die er mit sich bringt, atme ich tief und genüsslich ein. „Fangen wir von vorne an?“, frage ich ihn und auch wenn er nichts erwidert, weiß ich, wie die Antwort lautet. Ich lasse mich in seine Arme gleiten und fange an zu träumen. Ich streichle seine Oberfläche und fliege mit meinen Gedanken immer weiter weg. Mit geschlossenen Augen lausche ich dem Klang seiner Stimme. Sie klingt wie Vogelgezwitscher, das Lachen der Leute, wenn sie spazieren gehen. Sie klingt so beruhigend. Bald kommt auch er“, flüstere ich. Ja“, antwortet er. Bald muss ich fort, dann kommt der Sommer.“